Kuršėnai

Für Familien

KURŠĖNAI – DIE STADT DER TÖPFER

Kuršėnai ist die größte Stadt im Bezirk Šiauliai und liegt im nördlichen Teil des Bezirks auf beiden Seiten des Flusses Venta. Derzeit leben in der Stadt mehr als 15.000 Einwohner.

LAURYNAS-IVINSKIS-PLATZ UND DENKMAL

Im Stadtzentrum liegt der rechteckige Platz im gotischen Stil. Bis zur Mitte des 20. Jhs. funktionierte der Platz als Marktplatz, später wurde er zum Stadtplatz umgebaut. 1960 wurde das Denkmals für L. Ivinskis errichtet. Seit dieser Zeit trägt der Platz den Namen des berühmten Aufklärers. Dieser Platz ist zum Veranstaltungsort und Treffpunkt geworden.

ST. JOHANNES DER TÄUFER KIRCHE KURŠĖNAI

Es wird angenommen, dass die erste Kapelle in Kuršėnai im Jahre 1523 erbaut wurde. Die Holzkirche wurde 1842–1844 erbaut (Projekt des Architekten Krasinskis). Während des Ersten Weltkriegs wurde die Kirche zerstört. 1927–1933 wurde die heutige Kirche aus Backsteinen aufgebaut. Sie wurde am 29. September 1933 von Bischof Justinas Staugaitis geweiht. Der Kanoniker Vaclovas Dambrauskas (1941 ermordet) kümmerte sich um den Bau. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche stark zerstört. 1998 wurde der Kirchturm auf Kosten der Gemeindemitglieder wieder aufgebaut.

Die historische rechteckige Kirche hat Basilika und Türme. Die Kirche ist dreischiffig, die Seitenschiffe sind niedriger. Es sind fünf Altäre eingerichtet. Der Kirchenhof ist von einer Stein- und Ziegelmauer umgeben.

GUTSHOF KURŠĖNAI (GRUŽEVSKIAI- GUTSHOF)

Die Geschichte des Gutshofs Kuršėnai beginnt 1564, als Sigismund Augustus den Gutshof Herrn Jurgis Despot Zinovičius aus Polotsk schenkte. Bald entsand eine Siedlung auf dem Land dieses Gutshofs auf der anderen Seite des Venta-Flusses und im Jahr 1569 wurde die erste Holzkirche gebaut. 1621 ging der Gutshof an S. Pacas, den Schatzmeister des Großherzogtums Litauen, und ein Jahrzehnt später an Jurgis Gruževskis und seiner Frau. Am Ende des 18. Jhs. wurde Kuršėnai von Steponas Gruževskis geerbt. 1811 lud er den Künstler J. Rilke mit Lehrlingen ein und baute ein neues (derzeitiges) Herrenhaus, eine Kapelle und renovierte andere Gebäude. Der Gutshof blühte unter der Herrschaft seines jüngeren Sohnes Edward auf, der den Gutshod 1846 erwarb.

Während des Ersten Weltkriegs zerstörten die Deutschen, die sich im Gutshof niederließen, den Park und das Herrenhaus, nahmen die wertvollsten Gegenstände mit. 1915 wurden die Dienerhäuser, Ställe und Scheunen durch Feuer vernichtet. Damals war Jurgis Gruževskis Besitzer des Gutshofs. In der Zwischenkriegszeit blühte das Herrenhaus dank fortschrittlicher Landwirtschaft. 1940 wurde der Gutshof nationalisiert.

Das Herrenhaus Kuršėnai ist das einzige und das wertvollste Erbe der Holzarchitektur im Bezirk Šiauliai. Authentische Treppen, Fensterrahmen und hölzerne Außentüren sind erhalten geblieben.

ZENTRUM FÜR ETHNISCHE KULTUR UND TRADITIONELLE HANDWERKE

Im Gutshof ist das im Jahr 2000 gegründete Zentrum für ethnische Kultur und traditionelles Handwerk des Bezirks Šiauliai tätig. Die Hauptaufgabe des Zentrums ist Erhaltung, Wiederbelebung und Übergabe der Traditionen, Bräuche und des traditionellen Handwerks. Jetzt finden im Herrenhaus Dauerausstellungen von Werken und ethnografischen Werken von Volkskünstlern der Region Šiauliai statt. Die Ausstellungen umfassen mehr als 2.500 Exponate, die von Volkskünstlern und Bewohnern von Kuršėnai gestiftet wurden.

Töpfer-Workshop kann im Handwerkzentrum gebucht werden.

Da es in der Nähe von Kuršėnai viel Ton gibt, der für Keramik und Töpferei geeignet ist, gilt die Töpferei in der Stadt als ein wichtiges Handwerk. Kuršėnai ist seit dem letzten Jahrhundert berühmt für seine Jahrmärkte und Handwerk aus Ton. Die Stadt Kuršėnai gilt im Volksmund als „Töpferhauptstadt“ nicht nur wegen der Fülle an Meistern dieses Handwerks in der Stadt, sondern auch, weil nur die Volkskünstler von Kuršėnai die Krone des Töpfers gewonnen haben: J. Paulauskas, V. Damkus, B. Radeckas, J. Vertelis, R. Mataitienė u.a. Es ist kein Zufall, dass eines der Elemente des Wappens der Stadt Kuršėnai ein Krug ist.

 

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